Sonniger Sonntag im Stubenthal
Bestes Spätsommerwetter, ein anspruchsvolles Waldgelände und erfreulich viele bekannte wie auch neue Gesichter: Beim 5. Lauf der Regensburger OL-Tour 2026 ging es am Sonntag ins Stubenthal nördlich von Regensburg. Bei rund 23 Grad, Sonnenschein und leichtem Wind waren die Bedingungen beinahe ideal. Während es auf den Wiesen durchaus sommerlich warm wurde, ließ es sich im Wald angenehm laufen.
Ganz geschenkt bekam man den Lauf allerdings nicht. Schon die Ausschreibung versprach „offenen Wald mit vielen Felsen und Höhenmetern“, und das Stubenthal hielt sich daran.
Besonders die A-Bahn mit 5,3 Kilometern, 140 Höhenmetern und 15 Posten nutzte das bewegte Gelände ausgiebig. Immer wieder ging es hinein in die fein gegliederten Hänge, hinauf auf die Höhen und anschließend wieder hinunter – die nominellen 140 Höhenmeter fühlten sich dabei für manchen Läufer vermutlich nach etwas mehr an. Anmerkung der Redaktion: laut Strava waren eher um die 350 Höhenmeter die Realität.
Der Bahnleger hatte die Möglichkeiten des Geländes genutzt und über alle vier Bahnen unterschiedliche Anforderungen gestellt. Auf der A-Bahn wechselten längere Laufpassagen mit kurzen, technischeren Abschnitten. Felsen, kleine Geländestrukturen und die zahlreichen Höhenlinien verlangten immer wieder den Blick auf die Karte. Die Rückmeldungen zur Bahnlegung waren entsprechend positiv. Wie bei jedem selbst ausgerichteten Lauf gab es daneben auch wieder die eine oder andere Erkenntnis, die bei den kommenden Veranstaltungen einfließen wird.
Sportlich entwickelte sich auf der A-Bahn ein schönes Duell zwischen Timon Lorenz und Tihomir Despetovic. Timon setzte sich schließlich in 36:20 Minuten vor Tihomir mit 40:14 Minuten durch. Ganz ohne Zusatzinformation wollte der Sieger seinen Erfolg allerdings nicht stehen lassen: Im Stubenhtal habe er schließlich einen gewissen Heimvorteil. Wer das Gelände kennt, weiß, dass ein wenig Ortskenntnis zwischen all den Höhenlinien tatsächlich nicht schaden kann.

Dass im Stubental bis zum Schluss volle Konzentration gefragt war, zeigte sich auch auf der Damen-A-Bahn. Die spätere Drittplatzierte lag lange in Führung, verlor jedoch auf den letzten drei Posten noch zwei Plätze. Ein paar Sekunden Unsicherheit reichen eben manchmal, um eine Ergebnisliste noch einmal ordentlich durcheinanderzuwirbeln.
Auch auf den übrigen Bahnen gab es enge Entscheidungen, starke Nachwuchsleistungen und so manchen Lauf, auf den die Teilnehmer zufrieden zurückblicken konnten. Von den jüngsten Startern auf der D-Bahn bis zu den erfahrenen Läufern auf A und B stellte das Stubenthal dabei jeden vor seine eigenen Herausforderungen. Wer die einzelnen Duelle und Zwischenzeiten genauer verfolgen möchte, findet sie wie immer in der Ergebnisliste, oder schaut sich das ganze auf Livelox.com an.
Fast noch erfreulicher als die Zeiten war aber etwas anderes: Unter den Teilnehmern waren diesmal auch etliche OL-Neulinge. Einige unserer inzwischen regelmäßigen Teilnehmer hatten Freunde mitgebracht, um ihnen zu zeigen, warum sie sich freiwillig mit Karte und Kompass quer durch den Wald bewegen. Am Start war die Motivation jedenfalls groß. Ob nach den ersten Höhenmetern und der Suche nach dem einen oder anderen Posten noch alle genauso überzeugt waren, müsste man vermutlich gesondert erfragen. Aber genau so wächst eine lokale OL-Szene: Einer kommt wieder – und irgendwann bringt er jemanden mit.
Nach dem Zielschluss schien der OL-Nachmittag dann eigentlich gelaufen. Posten einsammeln, Material verstauen, ab ins Vereinsheim. Nur unser Auto hatte offenbar andere Pläne. Die Autobatterie hatte beschlossen, ihren Dienst für diesen Tag ebenfalls zu beenden – leider etwas früher als wir.
Und damit bekam der 5. Lauf der Regensburger OL-Tour noch einen ungeplanten letzten „Posten“. Nachdem erste Startversuche mit dem Booster anderer OLer erfolglos geblieben waren, fuhren uns kurzerhand weitere Helfer zum übernächsten Bauernhof. Dort fand sich schließlich ein Starterkabel, das Auto erwachte wieder zum Leben – und am Ende kamen auch wir samt komplettem Material zurück ins Vereinsheim.
Vielleicht war gerade das ein ziemlich passender Abschluss für diesen Sonntag. Orientierungslauf besteht eben nicht nur aus Posten, Zwischenzeiten und Platzierungen. Man trifft sich im Wald, läuft gegeneinander, diskutiert hinterher über Routen – und wenn einer nicht mehr weiterkommt, hilft jemand weiter.
Thorsten








