Wie schafft man mit möglichst wenig Posten möglichst viele Gabelungen?

Diese Leitfrage soll am Ende dieses Berichts beantwortet werden, währenddessen der geneigte Leser selbst Vorschläge entwickeln darf. Neben dem Versuch möglichst viele Gabeloptionen zu kreieren muss das Ganze trotzdem noch zu normalen und anspruchsvollen Bahnen führen.
Um diese Grundprämisse zu verifizieren, wurde extra ein internationales Training im Bier OL organisiert. Dieses fand vor kurzem in Sinzing bzw. im Weiherholz statt. Das Wettkampfformat wurde direkt von der offiziellen deutschen Meisterschaft im Bier OL 2023 übernommen.
Somit waren insgesamt 3 Runden von jeweils circa einem Kilometer zu absolvieren, wobei diese jeweils erst gestartet werden durften, wenn vorab ein ca. 500g schweres und mehr oder weniger kaltes alkoholisches Getränk geleert wurde. Damit der Magen auch zu etwas Abwechslung kommt, darf nach der dritten Runde etwas Beruhigenderes zu sich genommen werden (durchsichtig, damit es der Magen nicht sieht, dafür mit mehr Drehzahl), bevor es auf die vierte und letzte Runde ging.

Staffeldemo

Im Massenstart gingen somit 15 Starter in der Damen- beziehungsweise Herrenkategorie auf ihre erste Runde, welche bei insgesamt 24 verschiedenen Gabeloptionen für jeden eine individuelle Bahn bereithielt. Für den Bier-OL selbst gibt es dabei unterschiedliche Taktiken zwischen möglichst schnell trinken und dafür den Lauf überleben oder alternativ eher gemütliches Trinken um die Kohlensäure abzubauen und schneller laufen zu können.
Für letztgenannte Taktik wurde extra ein Besenläufer (Lukas) eingeführt, der zwar nur gehen durfte und doppelt so viel trinken musste wie alle anderen, der aber auch direkt zur Disqualifizierung führte, sollte er jemanden einholen können. Es mag zwar überraschend klingen, aber es war tatsächlich mehrmals eine Millimeterentscheidung.

Vorbereitung zum Massenstart

Bereits ab Runde 1 sollte allerdings bei den Herren der amtierende deutsche Meister die Nase vorne haben und konnte sich somit deutlich von dem Rest des Feldes absetzen.
(Möglicherweise kann man auch beide Taktiken kombinieren…)
Bei den Damen setzte sich das Rheinhessenpärchen Larissa und Marit nach vorne, wobei die Verfolger hier sehr dicht auf den Fersen waren.

An dieser Stelle soll auch die oben gestellte Frage beantwortet werden. In der ersten Schlaufe wurden 24 Gabeloptionen geschaffen bei insgesamt 6 Postenstandorten. Das Grundgerüst dieser Gabelungs-Konstruktion bilden dabei 4 Posten die in ungefähr gleich großen Abständen aufgestellt werden (siehe linkes Bild).

linkes Bild
rechtes Bild

Alle Läufer kommen dabei von Norden und sollen vom südlichsten Posten ablaufen. Vom Nordposten gibt es nun drei verschiedene Optionen (1,2,3) wie der südliche Posten entweder über West, direkt oder über Ost erreicht werden kann. Dort angekommen, läuft jeder Läufer über eine der beiden anderen Routen wieder zurück zum Nordposten und anschließend die letzte verbliebende Route wieder zurück zum südlichen. Dieses Prinzip ist dem Phi-Loop angelehnt welcher in den letzten Jahren vermehrt an Beliebtheit gewonnen hat. Aus diesen vier Posten lassen sich somit insgesamt 6 verschiedene Optionen gewinnen (123,132,213,231,312,321). Da bei 15 Startern und „nur“ 6 Gabelungen zwangsläufig manch einer zusammen starten darf musste zwangsläufig weiter variiert werden (siehe rechtes Bild).

Mit den hinzugefügten zwei Posten können somit zwei extra Gabelungen in den vorab erzeugten Phi-Loop kreiert werden. Entsprechend darf/muss jeder Läufer entweder zur Option A oder B. Aus der Verschachtelung einer 4er-Gabel in einer 6er-Gabel ergeben sich somit insgesamt 24 Optionen.
Somit kommt man also auch als Bahnleger auf seine Kosten wenn man das komplette Chaos im Postenbereich erzeugt hat. 
Das Ergebnis am Beispiel der Gabelung A1-A3-2 ergibt sich wie folgt:

Kartenausschnitt der 1. Teilstrecke

Zurück zum Wettkampf:
Bei den übrigen Schlaufen wurde die Anzahl der Gabelungsoptionen etwas reduziert wodurch sich das klassische „Staffel-Feeling“ wieder einstellen durfte. Natürlich immer vorausgesetzt, dass man als Läufer tatsächlich auch mitbekommen hat, dass man Teil des 24-Gabel-Experiments sein durfte.

Insgesamt konnte Timon seinen Titelanspruch auch auf die diesjährige deutsche Meisterschaft untermauern und den Sieg davontragen. Der zweite Platz bei den Herren wurde an Martin und damit ins französische Ausland übergeben. Auf Rang drei konnte Klemens zumindest den Rest der Regensburger Junioren auf die hinteren Plätze verweisen.
Bei den Damen ging sowohl Platz 1 als auch 2 nach Rheinhessen. Genauer gesagt haben Larissa und Marit es trotz ausgiebiger Gabelungen geschafft immer gleichzeitig an jedem Wechsel aufzutauchen. Der dritte Rang ging mit Alice ebenfalls wieder ins westliche Nachbarland.
Vielleicht sollten wir in Zukunft auch einmal über eine Europameisterschaft nachdenken, anscheinend sind die ja gar nicht mal so schlecht.

Einen großen Dank an alle die beim Posten setzen/holen und beim Wettkampf unterstützt haben!

Fabian

24 24 24

Warum nur 2 mal an einem Wochenende in den Wald starten, wenn man das 3, 4, 5 oder auch 6 mal innerhalb von 24h machen kann? Diese Frage haben sich wohl so einige Läufer der OLG Regensburg gestellt und machten sich am Wochenende auf nach Thüringen, um dort am 24ten 24 Stunden OL 2024 teilzunehmen.

Hochmotiviert wurden am Freitagabend nach einer angenehm kurzen Autofahrt die Zelte aufgebaut, letzte Schlachtpläne verfeinert und mit guter Musik ins Wochenende gefeiert. So mancher war versucht noch etwas länger aufzubleiben oder sich einen Wecker zu stellen, um die angesagten Polarlichter nachts zu bestaunen die trotz viel Skepsis tatsächlich gut zu sehen waren. Nach einer mehr oder minder ehrholsamen, aber definitiv kalten Nacht war es um 9 Uhr dann soweit und es viel der Startschuss für 17 Schülerstaffel, 92 12h-Staffeln und 74 24h-Staffeln. Es herrschte also reges Treiben im Wald um den Karolinen Hof, der nun schon zum dritten Mal Gastgeber des 24h OLs war und die Läufer rundum mit Essen versorgte. Das größte kulinarische Highlight war jedoch wie immer der Eierkuchenstand bei dem die Inflation mit 50 Cent pro Stück noch nicht angekommen ist.

Im Gegensatz dazu wird der Wald den meisten Läufern Wohl eher nicht als Highlight in Erinnerung bleiben. Spätestens nach dem ersten Dickicht oder Kahlschlag stand fest: etwas mehr Strecke drum herum auf den Wegen ist „The Way to Go“, da es teils fast unmöglich war sich quer durchzuschlagen. Trotzdem kämpften sich unsere Staffeln wacker Stunden lang bei Tag und Nacht durch den Wald und können wahrlich stolz auf ihre Ergebnisse sein, denn um drei Uhr nachts oder zu 5ten mal in den Wald zu starten kostet doch so manche Überwindung. Nach der Siegerehrung am Sonntag, bei der auch noch ein Kälbchen getauft wurde, das in der Nacht das Licht der Welt erblickte, machten wir uns alle K.O. aber zufrieden auf den Weg zurück in die Heimat.



Katrin

BM Mittel Wochenende: Woran erkennt man, dass ein Bayerncup nicht in Bayern ist?

Am ersten Maiwochenende fand das zweite Bayerncupwochenende, das wie auch das Erste als Bundesländerübergreifende Kooperation veranstaltet wurde, statt. Den Auftakt hierzu bildete die Bayerische Meisterschaft über die Mitteldistanz, ausgerichtet vom TV Coburg Neuses. Die Teilnehmenden erwartete ein laufbetonter Wettkampf, was auch an den schnellen (Sieger-)Zeiten zu erkennen ist. Bei der anschließenden Siegerehrung direkt am WKZ, gab es auch viele gute Ergebnisse für die OLG zu feiern: In der Herren Elite gab es einen Dreifacherfolg durch Riccardo Casanova vor Timon Lorenz und Philipp Schwarck, ein ähnliches Bild bot sich in der H14: Hier gewann Laurin Ahlbrecht vor Johannes Gerstl und Benjamin Reinwald. Weitere Tagessiege für die OLG gab es durch Luisa Wiesner (D12), Lara Noller (D14), Juliane Burgmair (D18) und Stephan Schneuwly (H65). Klemens Janischowsky erreichte in der H55 den zweiten Platz und über eine Bronzemedaille freuen konnten sich Josefine Scherl (D14), Anne Pühl (D18), Petra Weber (D55), Zacharias Gierl (H12) und Florian Reinwald (H18).

Da lässt sich bestimmt eine Aufgabe fürs Mathe Abi herleiten

Nach der Siegerehrung ging es dann zügig (um sich einen guten Platz und eine der heißbegehrten Weichbodenmatten zu sichern) weiter in Richtung Massenlager in der allseits bekannten Coburger Turnhalle. Man munkelt, manch einer hat diesen Teil eines OL-Wochenendes eher weniger vermisst. Den Abend ließen wir dann mit sorgfältig ausgewählter Pizza (wie viel Quadratzentimeter Pizza bekommt man pro Euro?) und Kartenspielen ausklingen.

Finde zwei Fehler

Nach einer mehr oder eher weniger erholsamen Nacht, machte sich der gesamte OL-Tross am nächsten Morgen auf den Weg nach Thüringen. Dort fand der vierte Bayerncup in Form einer verkürzten Langdistanz, ausgerichtet vom SV TU Ilmenau statt. Vorm Start wurden erstmal die Postenbeschreibungen, die bereits am WKZ auslagen, ausgiebig inspiziert. Ein Geheimnis blieb dabei jedoch das Postenobjekt von Posten 33 (es war ein Grenzstein). Die Bahnen selbst hatten eher den Charakter einer verlängerten Mitteldistanz und die Teilnehmenden wurden zusätzlich durch den fast durchgehend dichten Unterbewuchs in Form von Blaubeeren (immerhin keine Dornen!) auch physisch sehr gefordert.

Eine kleine Enttäuschung erlebten einige, nachdem sie sich tapfer durch den nassen Wald gekämpft hatten, am Kuchenverkauf: es gab kein Bier. Daran merkt man: dieser Lauf hat außerhalb Bayerns stattgefunden.

 

Veronika

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